Science Notes
Talks & Electronic Music
Aktuelle wissenschaftliche Themen – vorgetragen von herausragenden Wissenschaftler:innen – begleitet von elektronischer Musik in Clubatmosphäre: Das sind die Science Notes, ein modernes Format, das die Wissenschaft zum Publikum bringt. Anschaulich und verständlich.
Science Notes ist ein Projekt des Forschungszentrums für Wissenschaftskommunikation der Universität Tübingen und wird durch die Klaus Tschira Stiftung ermöglicht. Die Science Notes finden in verschiedenen Städten und Locations statt.
the science of music
Bei den Science Notes am 22. Januar 2026 sprechen Musiker:innen und Forschende über ihre kreativen Erkundungen im neuen Zeitalter der Musik. Künstliche Intelligenz hat radikal verändert, wie wir Musik machen und wie wir sie hören. Ein Themenabend über musikalische Algorithmen und kluge Sensoren.
Die Science Notes werden in Kooperation mit der Heidelberg Laureate Forum Foundation ausgerichtet.
Vorträge
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Dr. Stephan Baumann | Tanzen Chatbots heimlich Prompt-Tango?
Künstliche Intelligenz (KI) ist überall präsent. Die Auswirkungen auf die Kreativbranche und insbesondere auf die Lebenswelten von Musiker:innen, Hörer:innen und wirtschaftlichen Akteuren sind durchaus immens. Der vermeintliche Siegeszug der KI hat jedoch nicht erst mit ChatGPT/ Sprachmodellen und Spotify’s AutoDJ begonnen. Das Erzeugen, Analysieren, Improvisieren, Empfehlen, Kuratieren von Musik mit Verfahren der KI blickt auf eine lange Historie zurück. Wo stehen wir jetzt nach mehr als 30 Jahren intensiver Forschung in diesem Feld? Ist die moderne KI für die Musik Muse, Monster, oder einfach nur ein weiteres Werkzeug?
Stephan Baumann studierte Informatik an der RPTU Kaiserslautern und trat 1992 dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) bei. Seine Dissertation über Artificial Listening Systems schrieb er am DFKI und IRCAM, Paris. Sein aktuelles Forschungsinteresse gilt den Auswirkungen von KI auf Kreativität. Als MODISCH produziert und performt er alle Spielarten elektronischer und elektroakustischer Musik zwischen Berlin und Marseille.
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Christof Weiß | Von Audiodaten lernen: Über die quantitative Analyse musikalischer Stilistik
Der Musikkonsum im Jahr 2026 findet vorwiegend digital statt. Durch Streamingdienste und Downloadplattformen sind Millionen von Musikaufnahmen jederzeit verfügbar. Solche Datenbestände wollen jedoch intelligent durchsucht und geordnet werden – und das ermöglicht auch deren Nutzung zum besseren Verständnis der Musik selbst. Dieser Vortrag führt in die quantitative Analyse von Audioaufnahmen ein und zeigt uns, wie Algorithmen Tonhöhen, Akkorde und komplexe musikalische Eigenschaften vermessen können. Auf dieser Basis lernen Algorithmen etwas über Musikstile – so ähnlich wie wir Menschen durch unsere Hörerfahrung.
Christof Weiß studierte Physik und Komposition, bevor er sich in einer Promotion im Bereich Medientechnologie der computergestützten Analyse von Musikaufnahmen zuwandte. Für die allgemeinverständliche Beschreibung dieser Forschung erhielt er 2018 den KlarText-Preis für Informatik der Klaus-Tschira-Stiftung. Seit 2022 ist er Professor für Computational Humanities am Center for Artificial Intelligence and Data Science (CAIDAS) der Universität Würzburg.
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Prof. Dr. Vincent Heuveline | Der KI-Komponist aus den Fugen: zwischen Kreativität und Kalkül
Prof. Dr. Vincent Heuveline forscht und lehrt am Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS) und an der Universität Heidelberg. Er ist Chief Information Officer (CIO) der Universität Heidelberg und Leiter des Universitätsrechenzentrums. Als Mathematiker und Informatiker interessieren ihn fächerübergreifende Fragestellungen und Synergien, insbesondere im Bereich der Medizin und der Ingenieurwissenschaften. Vincent Heuveline ist Hobby-Pianist und hat ein Faible für Bach.
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Fabian Ostermann | Nichtlineare Musik: Von Würfelspiel zu Videospiel
Ein Stück Musik, das bei jedem Anhören anders klingt – lange Zeit ein eher ungewöhnliches Konzept, obwohl es über John Cages „Music of Changes“ (1951) bis hin zu Mozarts „Musikalisches Würfelspiel“ (1793) zurückreicht.
Heute wiederum begegnen uns nichtlineare Kompositionen an einem vielleicht überraschenden Ort: in Videospielen. Dort reagiert Musik auf Handlungen und Stimmungen und begleitet Spieler:innen durch lebendige Klangwelten.
Der Vortrag bietet einen verständlichen Überblick über die Geschichte nichtlinearer Musik, präsentiert prominente Beispiele aus Videospielen, erläutert Methoden ihrer Komposition und wirft einen Blick voraus auf neue Möglichkeiten durch KI.Fabian Ostermann hat einen Masterabschluss der Informatik und studierte Jazz an der Folkwang UdK Essen. Heute promoviert er zum Thema interaktive Musiksysteme und Human-centered AI an der TU Dortmund.
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Sophie Straetemans | Wie fair sind KI-Musikvorschläge?
Musik
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Andi Otto | Live electronic music
Andi Otto ist Musiker und Klangkünstler aus Hamburg. Er tritt mit seinem „Fello”-System auf: einer selbstgebauten Sensorverlängerung für den Cellobogen. Damit kann er den Klang des Cellos mit Gesten in der Luft bearbeiten. Seine ausdrucksstarken Live-Auftritte erinnern manchmal an die magischen Gesten eines Theremin-Spielers. In seinen energiegeladenen Konzerten spielt er eine Auswahl seiner neuesten Electronica-Tracks, präsentiert als eine semi-improvisierte, dub-lastige und Krautrock-beeinflusste Show, die sowohl einem tanzenden Publikum als auch Jazzhörer:innen gleichermaßen gefallen kann.
Informationen
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Weitere Informationen
Datum: 22. Januar 2026 Einlass: 18:30 Uhr Beginn: 19:00 Uhr Eintritt: frei, begrenzte Plätze Veranstaltungsort: TONIQ Club, Heidelberg